Chronik
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- 30 Jahre Frauenhaus
Die Idee der Frauenhäuser war Anfang der 70er Jahre in England entstanden. 1975 wurde das erste Frauenhaus Deutschlands in Berlin eröffnet. In NRW gab es die ersten Frauenhäuser in Köln und Bielefeld. Unser Düsseldorfer Frauenhaus wurde 1977 eröffnet.
Der Trägerverein FRAUEN HELFEN FRAUEN e. V. wurde bereits im Dezember 1976 gegründet und hat jetzt ca. 120 Mitglieder.
Er ist politisch und weltanschaulich unabhängig. Wir verstehen uns als Teil der Frauenbewegung. Der Verein entwickelte sich aus einer Privatinitiative, der nicht in Selbsterfahrung stecken bleiben, sondern ein konkretes Problem angehen wollte. Bei der Gründung unterstützten uns kommunale Parteifrauen sehr. (SPD- und FDP-Frauen waren auch unter den Vereinsgründerinnen). Unter unseren Mitgliedern sind auch CDU-Frauen sowie Grüne.
Zunächst wurde versucht, die gesamte Arbeit mit ehrenamtlichen Kräften zu leisten, d.h. dass berufstätige Frauen, Studentinnen und Hausfrauen tagsüber und abends stundenweise im FH Dienst getan haben. Es zeigte sich aber bald, dass diese Art der Arbeitsteilung nicht oder nur schlecht klappte, weil die Kontinuität fehlte und der Informationsaustausch zu oft nicht gut funktionierte.
Deshalb waren wir froh, dass das Land NRW seit 1978 eine Sozialarbeiterin/-pädagogin finanziert, seit 1979 eine so genannte Hilfskraft, seit 1988 eine Erzieherin und seit 1996 eine zweite Sozialpädagogin/-arbeiterin, die meistens im Bereich „Nachgehende Beratung“ eingesetzt ist. Diese zweite Sozialpädagoginnenstelle musste von 2006–2008 wieder hauptsächlich aus Spendenmitteln finanziert werden, seit 2008 zahlt die Kommune neben der Jahrespraktikantin und der 20-Stunden-Stelle einer Geschäftsführerin zumindest die Hälfte dieser Stelle. Die Arbeitsbereiche der Geschäftsführerin haben sich stark ausgedehnt: Mitgliederpflege, Verwaltung auch im Personalbereich, Buchhaltung, Sponsoren-Akquise, etc.
Sowohl die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen als auch die aktiven Vereinsmitglieder wollen den Frauen im Frauenhaus Hilfe zur Selbsthilfe geben, ihnen Alternativen aufzeigen, ihren Entscheidungsprozess unterstützen, aber nicht abnehmen.
Wir leisten einerseits „Sozialarbeit“, andererseits verstehen wir unsere Arbeit als politische Arbeit, da wir glauben, dass die Unterdrückung der Frauen ein generelles Problem unserer Gesellschaft ist und kein individuelles (wobei Misshandlung der stärkste Ausdruck der Unterdrückung und Verachtung ist).
Es gibt sowohl autonome, d. h. unabhängige Frauenhäuser, dazu gehört unser Haus, als auch Frauenhäuser verschiedener Trägerschaften (wie Kirche, AWO u.a.).
Im Jahr 2009 gab es in der BRD ca. 400 Frauenhäuser, davon 73 in NRW.
Jubiläums-Ansprache der Oberbürgermeisterin a.D. Marlies Smeets
„Dem Frauenhaus Düsseldorf – „Frauen helfen Frauen e. V“ – gratuliere ich ganz herzlich zum 30-jährigen Jubiläum.
Wer hätte 1977 daran gedacht, dass aus der Notwendigkeit, der Idee, der Umsetzung, dem Durchhalten und dem langen Atem ein starkes und leistungsfähiges Haus für Frauen mit ihren Kindern entstehen und bestehen würde.
Die Initiatorinnen und ihre Unterstützerinnen und Unterstützer haben eine Zufluchts- und Stabilisierungsstätte geschaffen und erhalten, die mit hohem Kraftaufwand, Engagement und Sensibilität Frauen und ihren Kindern seit nunmehr 30 Jahren eine Heimat bietet.
Die Geschichte des Frauenhauses Düsseldorf und ihre Entwicklung habe ich von Beginn bis heute mit verfolgt.
Deswegen danke ich allen, die das Haus zu dem gemacht haben, was es heute ist, die es immer wieder stützen, die Gelder und Sachspenden zusammentragen – und das über 30 Jahre!
Warum? Weil das Frauenhaus für unsere Stadt unverzichtbar ist!“
Marlies Smeets
Fotos der Feierlichkeiten finden Sie hier:
Fotos Jubiläumsfeier – 30 Jahre Frauenhaus Düsseldorf
(die Bilder sind zum Herunterladen und entwickeln lassen geeignet)
